Hintergrund des Leitprojekts „KEMeinsam gegen Energiearmut“
Die aktuellen Preissteigerungen bzw. Preisschwankungen stellen für viele Haushalte eine große Herausforderung dar. Viele ohnehin schon einkommensschwache Haushalte können sich durch diese Entwicklungen die Energiekosten für Heizen und Strom nicht mehr leisten. Zusätzlich sind oft veraltete und ineffiziente Geräte im Einsatz, da das Geld für eine Neuanschaffung nicht aufgebracht werden kann. Energiearme Haushalte haben aktuell in Österreich einen Anteil von 14 %[1].
Aus Scham, Unwissenheit über aktuelle Förderschienen bzw. Unterstützungsmöglichkeiten oder aufgrund sprachlicher Barrieren wird häufig keine Hilfe in Anspruch genommen.[2] Die Klima- und Energiemodellregionsmanager:innen sind regional verankert und direkt vor Ort, um gemeinsam mit den KEM-Gemeinden und lokalen Institutionen/NGOs armutsbetroffene Haushalte mit zielgerichteten Angeboten bestmöglich zu adressieren und persönlich zu unterstützen. Energiearmut ist allerdings ein mehrdimensionales Phänomen und erfordert für KEM-Manager:innen oft neue und ungewohnte Lösungsansätze. Das Leitprojekt soll anderen KEM-Regionen aber auch einzelnen Gemeinden dabei helfen, Energiearmut in Österreich möglichst effizient und flächendeckend zu bekämpfen, um rasch eine gerechte Energiewende herbeizuführen. Die Gemeinden der KEM Tullnerfeld OST haben bei der Erstellung des Maßnahmenplans der aktuellen Weiterführungsphase das Thema Energiegerechtigkeit bereits als sehr wichtig erachtet, da speziell auch in dieser Region die Anzahl an armutsgefährdeten Haushalten angestiegen ist. Im Zuge der Bearbeitung der Umsetzungsmaßnahmen und auch im Austausch mit anderen KEMs, die sich dieses Themas bereits angenommen haben, ist erkannt worden, dass allerdings gerade in diesem Bereich eine große Lücke hinsichtlich Informationen über erforderliche Partner, Informations- und Unterstützungsangebote in den Regionen besteht. Daher wollen wir mit diesem Leitprojekt eine praxisnahe Umsetzungshilfe für KEMs (sowie einzelne Gemeinden/Regionen) entwickeln, um eine flächendeckende Bekämpfung der Energiearmut zu ermöglichen.
[1] Bundesministerium Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: So geht’s uns heute: die sozialen Krisenfolgen im ersten Quartal 2023 – Schwerpunkt: Energiearmut Ergebnisse
[2] Quelle: orf.at „Energiearmut: Zu Wenige suchen Hilfe“ vom 26.12.2023
Kontaktpersonen

Rupert Wychera
KEM Tullnerfeld OST
Hagengasse 44
3424 Zeiselmauer
kem@tullnerfeld-ost.at
kem.tullnerfeld-ost.at

Birgit Gräll
Energy-Climate GmbH
Nibelungengasse 9/4
3430 Tulln
birgit.graell@energy-climate.at
www.energy-climate.at
Credits
Dieses Projekt wurde im Rahmen der KEM-Leitprojekte entwickelt.
Besten Dank für die 100%ige Finanzierung durch den Klima- und Energiefonds.

